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  GASTRONOMIE
Dieser Absatz soll auf gar keinen Fall ein gastronomischer Inselführer sein, sondern unsere persönlichen Erfahrungen mit der Inselküche wiedergeben. Formentera ist als Insel - wie viele andere Inseln auch - ständig einer gewissen Isolation ausgesetzt. Dies bewirkte früher, dass die Inselküche vorwiegend aus der eigenen Landwirtschaft und dem Fischfang im Mittelmeer bestand. Getreide, insbesondere Weizen, bildeten zusammen mit dem Meeresfang und Olivenöl die richtige und wichtige Ergänzung zur Grundnahrung der Insulaner. Konservierungsmittel waren knapp oder gar nicht vorhanden, und man bemühte sich immer um frische Nahrungsmittel. Die Entwicklung von Handel und Wirtschaft zwangen die Bevölkerung zur Ausfuhr der besten Produkte.
Der Fischfang, die Erträge aus der Landwirtschaft und der Viehzucht wurden zur reicheren Nachbarinsel Ibiza ausgeführt. Somit bestand die heimische Küche hauptsächlich aus Gerichten mit Erzeugnissen, die sich schlecht exportieren ließen. Auch wenn diese in der Regel sehr preiswert waren, gaben sie, aufgrund ihrer gesunden und gehaltvollen Zusammensetzung, genügend Energie für die harte Arbeit in der Landwirtschaft oder beim Fisch. Auch das Schweinefleisch galt als eines der wichtigsten Nahrungsquellen.In jedem Haushalt wurde ein Schwein gezüchtet, wenn es geschlachtet wurde, verwendete man alles.
Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und des Mangels an Kühlgeräten wurde das Fleisch hauptsächlich zu Wurst verarbeitet oder eingesalzt. Erwähnenswert ist hier die “Sobrasada” (Paprikawurst), eine köstliche Mischung aus magerem Gehackten, reichlich gewürzt. Nicht zu vergessen die “Butifarra”, die inseltypische Blutwurst.
Die Nähe zur Nachbarinsel Ibiza und die Wiederbe-völkerung der Insel durch die Ibizenkos, hat sicherlich auch einen Teil der typischen Gastronomie Ibizas nach Formentera gebracht.
So z.B. der “Sofrit pagés” ( Eintopf aus Hühner- und Lammfleisch), eine nahrhafte Köstlichkeit, besonders für kalte Wintertage. Diese Gerichte stehen leider nicht auf den üblichen Restaurantspeisekarten. Zwei typische Nachspeisen, die an bestimmten Feiertagen genossen werden, sind hier besonders zu erwähnen: der “Flao” (Käsekuchen mit frischem Käse und Gewürzen) am Ostersonntag, und die “Salsa de Nadal” (Weihnachtssauce), eine Art dickflüssiger Punsch aus zermahlten Mandeln und Hühner- und Schweinefleischbrühe. Diese Sauce wird während der Weihnachtszeit serviert und unterscheidet sich kaum von der ibizenkischen, außer, dass dieser noch Honig beigefügt wird.
Ein weiteres Produkt der Landwirtschaft, heutzutage immer noch etwas Besonderes, ist der Formentera-Wein. Jeder Besucher sollte ihn einmal - wenn auch gemäßigt - kosten. Dieser Wein ist gegorener Traubensaft, der nach alter Überlieferung hergestellt wird, ohne chemische Konservierungsmittel. Die eigene Herstellung, sowie der Mangel an Regen, geben ihm seinen unverwechselbaren Geschmack, entweder man mag ihn, oder eben nicht. Zu den typischen Wintergerichten passt er ausgezeichnet. Was gibt es über den Fischfang zu sagen? Auf einer so kleinen Insel gibt es wohl kaum einen Formenterenser, der nicht über ein eigenes Boot verfügt und dem Fischfang nachgeht, sei es beruflich oder in der Freizeit.
Als wahre Fischfangmeister kann man die Insulaner bezeichnen. Ebenso besitzen sie die Fähigkeit, aus dem Fang die köstlichsten Fischgerichte zuzubereiten. Der Fisch von den Küsten Formenteras ist durch seinen eigenen Geschmack und aufgrund seiner hervorragenden Qualität auf jedem Fischmarkt Spaniens anerkannt und beliebt. Die Fischgerichte sind sicherlich auch in den Restaurants die meistgefragtesten. Sie werden in der heimischen Küche auf traditionelle Art zubereitet und sind so in nur wenigen Speisekarten aufgeführt, können jedoch auf Bestellung vorbereitet werden.